In der Altmarktgalerie in Dresden nahe des Striezelmarktes war es am Sonnabendvormittag zu einer Geiselnahme gekommen. Mit einem Großeinsatz von 300 Beamten gelang es der Polizei, die Geiseln – eine Frau und ein Kind – unverletzt zu befreien. Eine dritte Geisel war zwischenzeitlich in der Gewalt des mutmaßlichen Täters, konnte jedoch fliehen. Die Mutter des Geiselnehmers war bereits am Morgen in ihrer Wohnung in Dresden-Prohlis tot aufgefunden worden. (…) Auf Nachfrage von MDR SACHSEN geht Schmidt derzeit davon aus, dass der mutmaßliche Täter eine einzige Waffe bei sich geführt hatte. Es gäbe aber noch keine Kenntnis darüber, ob der Täter sie legal besessen hat. Hierauf konzentrieren sich die Ermittlungen. Zudem werde der tote 40-Jährige “sicher obduziert” werden. Der Mann aus Heidenau bei Dresden war am Sonnabend bei einem Zugriff von Spezialkräften der Polizei in der Altmarktgalerie tödlich verletzt worden, als Schüsse fielen. Auch dieser Hintergrund werde geprüft sagte Oberstaatsanwalt Schmidt. Gegen den getöteten Geiselnehmer laufe noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags. Dieses sei bereits vor seinem Tod auf den Weg gebracht worden. Als gesichert gilt, dass der 40-Jährige am Sonnabend seine in Dresden-Prohlis wohnende Mutter getötet hatte (…) Gegen 8:30 Uhr versuchte der 40-Jährige dann, in den Ammonhof unweit der Dresdner Altstadt einzudringen. Das ist ein Bürogebäude, in dem auch die Radiosender Radio Dresden und Hitradio RTL ihren Sitz haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann nach MDR-Informationen schon einen neunjährigen Jungen als Geisel bei sich. Es war laut Polizeiangaben das Kind einer Bekannten des mutmaßlichen Täters. Vor Ort nahm der Geiselnehmer nach MDR-Informationen einen Mann in seine Gewalt, auf den er zufällig im Ammonhof traf. Er zielte mit der Waffe auf Unbeteiligte und versuchte vergeblich, die Sicherheitsscheibe der Eingangstür des Radiosenders in einem der oberen Stockwerke zu zerstören. Dabei schoss er auch. Der Täter griff durch das Einschussloch im Glas und wollte die Sicherheitstür zum Radiosender von innen öffnen, verletzte sich aber dabei. Diesen Zeitpunkt nutzte die männliche Geisel zur Flucht. Laut Polizei hatte sich der Geiselnehmer im Radio äußern wollen. Er habe nach Zeugenaussagen verhindern wollen, “dass Satanisten die Weltherrschaft übernehmen”.

via mdr: DRESDEN Staatsanwaltschaft ermittelt nach Geiselnahme in Altmarktgalerie zu Herkunft der Waffe

siehe auch: Geiselnahme in Dresden : Staatsanwalt will Todesumstände des Geiselnehmers untersuchen. Eine Geiselnahme erschüttert am Wochenende Dresden. Der Täter ist tot, viele Fragen sind offen. Nun soll auch der Waffengebrauch der Polizei geprüft werden. (…) Am Samstagmorgen soll der 40-Jährige seine 62 Jahre alte Mutter im Dresdner Stadtteil Prohlis getötet haben. Anschließend versuchte er, mit einer Schusswaffe die Räumlichkeiten von Radio Dresden zu betreten. Der Geschäftsführer des Senders, Tino Utassy, schilderte dramatische Szenen: Nachdem es dem Täter nicht gelungen sei, in die Räume einzudringen, habe er durch ein Loch in der Tür geschossen. Durch eine zweite Tür hätten die Mitarbeiter fliehen können; WER WAR DER GEISELNEHMER VON DRESDEN? ER MOCHTE REICHSBÜRGER UND DEN UMWELTSCHUTZ. Dieses Adventswochenende war alles andere als besinnlich: Schwer bewaffnete Spezialkräfte stürmten Samstagvormittag die Altmarkt-Galerie. Dort hatte sich David W. (40) mit einem Kind (9) und einer Drogerie-Angestellten verschanzt. Höchste Gefahr, denn zwischenzeitlich war bekannt, dass der Heidenauer bewaffnet war und am Morgen schon seine Mutter Kerstin W. (†62) umgebracht hatte. Der Albtraum begann gegen 7.20 Uhr in der Finsterwalder Straße (Prohlis): Einsatzkräfte fanden dort Kerstin W. tot auf. Der Verdacht fiel sofort auf ihren Sohn. Dieser war bereits auf dem Weg zu seinem nächsten Ziel: dem Sender “Radio Dresden” im Ammonhof. Fatal: Aus der Wohnung seiner Mutter hatte er den Sohn (9) einer Verwandten mitgenommen! Im Radio wollte er über Satanismus sprechen, versuchte, dort eine Tür aufzuschießen. Erfolglos. (…) Er galt als Fan elektronischer Musik. Auf seinem Facebook-Profil pflegte er zwar Freundschaften zu einzelnen Reichsbürgern, Neonazis und AfD-Politikern, teilte aber öffentlich keine Propaganda. Viel mehr setzte er sich dort für Tier- und Umweltschutz sowie gegen Genitalverstümmelung in Asien ein, teilte entsprechende Petitionen und bat zu seinem Geburtstag um Spenden anstatt Geschenke.