Lange konnten rechtsextreme Inhalte auf Plattformen wie YouTube und Facebook ungehindert veröffentlicht werden. Gesetzesänderungen erschweren das nun. Menschen aus dem rechten Spektrum suchen nach Alternativen und werden fündig. Aus der Sendung Breitband Podcast abonnieren Rechte und Rechtsextreme, deren rechtswidrige Inhalte zunehmend von großen Plattformen wie YouTube gesperrt werden, haben offensichtlich eine Alternative gefunden: Odysee. So ist diese sogenannte alternative Social-Media-Plattformen von Forschenden des ISD Germany im Rahmen des vom Bundesministerium für Justiz geförderten Projektes „Radikalisierung in rechtsextremen Online-Subkulturen entgegentreten“ als solche identifiziert worden. Das Videohosting-Portal, das sich als YouTube-Alternative vermarktet und ähnliche Funktionen erfüllt, basiert auf Blockchain-Technologie, um plattformeigene Möglichkeiten zur Monetarisierung bereitzustellen. Es bietet Mechanismen an, wodurch finanzielle Anreize geboten werden, um mit den Inhalten zu interagieren. Geld fürs Liken und Veröffentlichen von Posts Diese „incentivised“ Plattformen sind also so aufgebaut, dass Nutzerinnen und Nutzer durch die Auszahlung von Kryptowährungen für ihre Aktivität auf dem jeweiligen Portal belohnt werden – zum Beispiel für das Veröffentlichen, Liken und Verbreiten von Posts. Zusätzlich soll es auch eine Art monatliches Abomodell geben, mit dem Nutzerinnen und Nutzer die Plattform direkt unterstützen können, erklärt Paula Matlach, die als ISD-Germany-Analystin an der Studie über Odysee mitgearbeitet hat. Nach Erkenntnissen von ISD Germany wird die Plattform grundsätzlich von unpolitischen und politischen Nutzerinnen und Nutzern frequentiert und ist „relativ divers aufgestellt“, sagt Paula Matlach: „Es ist trotzdem so, dass wir eben feststellen können, dass sich innerhalb der rechten Szene gerne auf Odysee mittlerweile angesiedelt wird, weil dort weniger moderiert wird als zum Beispiel auf großen Plattformen.“
via deutschlandfunkkultur: Social-Media-Plattform Odysee Das neue YouTube für Rechte?