Bei einem Anschlag auf eine Asylunterkunft starb 1991 der Ghanaer Samuel Yeboah. Nun hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen Mann aus der damaligen Skinheadszene erhoben – die Aussage einer Zeugin war der Auslöser. Mehr als 30 Jahre nach einem Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Saarlouis hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen damals aktiven Neonazi erhoben. Die Karlsruher Ermittlungsbehörde wirft dem heute 51-jährigen Peter Werner S. vor, im September 1991 das Feuer in dem Flüchtlingsheim gelegt zu haben. Bei dem Brand starb Samuel Yeboah , ein Asylbewerber aus Ghana. Weitere Geflüchtete konnten sich teils nur durch Sprünge aus den Fenstern retten und erlitten Knochenbrüche. Angeklagt ist Peter Werner S. nun wegen Mordes und versuchten Mordes in 20 Fällen sowie Brandstiftung mit Todesfolge. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen und rassistischen Motiv der Tat aus. (…) In derselben Nacht soll S. nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft allein zum Asylbewerberheim im ehemaligen Hotel »Weißes Rößl« gegangen sein, um einen Anschlag zu begehen. Im Erdgeschoss habe er Benzin auf eine Holztreppe ausgegossen und angezündet. Innerhalb kürzester Zeit habe sich das Feuer über das Treppenhaus ausgebreitet – und im Dachgeschoss Samuel Yeboah erfasst, der schwerste Verbrennungen und eine Rauchvergiftung erlitt. Wenige Stunden später starb der Ghanaer im Krankenhaus. Geständnis beim Grillabend? Bereits unmittelbar nach dem Anschlag war der Verdacht aufgekommen, dass die örtliche Skinheadszene etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Doch nach wenigen, oberflächlichen Befragungen von Neonazis schlossen die saarländischen Ermittler damals eine Tatbeteiligung aus. Im Sommer 1992 stellte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken das Verfahren vorläufig ein.
via spiegel: Brandanschlag im Saarland vor 31 Jahren Bundesanwaltschaft klagt Rechtsextremisten wegen Mordes an