100.000 Rom:nja flohen aus der Ukraine. Forscherin Talewicz-Kwiatkowska sagt: Sie fürchten das russische Militär – und misstrauen der ukrainischen Mehrheitsgesellschaft. (…) ze.tt: Wie sah das Leben von Rom:nja in der Ukraine vor dem Krieg aus? Talewicz-Kwiatkowska: Die Lebensrealität von Rom:nja in der Ukraine ist vielschichtig. Je nachdem, ob Menschen in Kiew oder im ländlichen Gebiet leben, erfahren sie unterschiedlich stark Diskriminierung. In der Hauptstadt ist etwa der Zugang zu Bildung einfacher, weshalb die Menschen zum Teil gut ausgebildet sind und gute Jobs haben. Auf dem Land ist es wesentlich problematischer. Viele Rom:nja dort haben keinen Zugang zu Bildung. Sie leben in Armut und von der Dominanzgesellschaft separiert. Viele haben ihr ganzes Leben ausschließlich in einem Umfeld verbracht, das nur aus anderen Rom:nja bestand, in homogenen Siedlungen. Manche haben teils lebensgefährliche Pogrome rechtsradikaler Ukrainer:innen miterlebt und außerhalb der eigenen Community Diskriminierung erfahren. Viele von denen, die jetzt hier sind, waren vorher noch nie im Ausland. Sie sind total verängstigt.

via zett: Geflüchtete Romnja und Roma : “Viele Rom:nja fürchteten sich vor Rassismus in den Notunterkünften”

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