Die Uni Bremen hat 123 Menschen in Bremen nach ihren Erfahrungen mit rassistischen Straftaten befragt. Ein Ergebnis: Die wenigsten Opfer gehen gegen die Täter vor. (…) Aus diesem Grund hat der BRI entschieden, gemeinsam mit der Uni Bremen und der Polizei Bremen eine Befragung durchzuführen. Das Thema: vorurteilsgeleitete Straftaten gegenüber als “fremd” wahrgenommenen Menschen im Bremer Stadtraum. Dazu befragt wurden 123 Menschen. Gut ein Viertel (26 Prozent) von ihnen gaben bei der anonymisierten Befragung an, “deutsch” zu sein. Deutlich mehr als die Hälfte (59 Prozent) ordneten sich als Personen mit “Migrationserfahrung” zu, ein Zehntel verfügten über “Fluchterfahrung”. (…) Mehr als 60 Prozent der Vorfälle gingen den Befragten zufolge auf Rassismus mit Bezug auf schwarze, indigene oder so genannte “People of Colour” (BIPoC), was grob übersetzt nicht-weiße Menschen bedeutet, zurück. In mehr als einem Viertel der Fälle sei es auch zu einem mit antimuslimischer Gesinnung verknüpften Rassismus gekommen. Ebenfalls auffällig: 70 Prozent der von den Befragten als rassistisch eingestuften Straftaten fanden in der Öffentlichkeit statt – zum Beispiel in Bussen, Bahnen und Bahnhöfen. Gefolgt von Rassismus am Arbeitsplatz (10 Prozent), in der Nachbarschaft (6,7 Prozent), in Geschäften (5 Prozent) oder der Schule (3,3 Prozent). “Das deckt sich mit unseren Erfahrungen”, sagt Çaçan. Und es zeige, dass es keinen bestimmten Raum für Rassismus gebe. In den weitaus häufigsten Fällen (82 Prozent) zeigt sich Rassismus darüber hinaus mindestens in “verbaler Gewalt”, also zum Beispiel in Beleidigungen, Bedrohungen oder Beschimpfungen. In einem Viertel der Fälle (27 Prozent) berichten die Befragten auch von Schlägen, Tritten oder Schubsern (…) Besonders auffällig: Lediglich 13 Prozent haben sich an die Polizei gewandt, gar nur ein Prozent eine Beratungsstelle aufgesucht, um die Tat zu melden oder aufzuarbeiten.

via buten un binnen: Bremer Studie: Nur 13 Prozent rassistischer Straftaten angezeigt