Mit Sorge registrieren die Sicherheitsbehörden eine Zunahme der Aggressivität. Selbst Jugendliche radikalisieren sich in Richtung Terror. Die Gefahr durch rechte Militanz scheint zu wachsen. Die Polizei registrierte nach Informationen des Tagesspiegels von Januar bis März nach vorläufigen Erkenntnissen 169 rechte Gewalttaten. Das sind fast 40 Prozent mehr als im ersten Quartal 2021 gemeldet worden war. Damals hatte die Polizei von 123 Delikten berichtet. Mindestens 73 Menschen wurden bei rechten Attacken verletzt. Auch die Zahl der rechten Straftaten insgesamt ist gestiegen. Von Januar bis März verübten Neonazis und andere Rechte 3605 Straftaten, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3467. (…) Der vergangene Woche vereitelte Anschlag eines 16-jährigen Rechtsextremisten auf eine Schule in Essen hat die Sicherheitsbehörden erschreckt. Der Jugendliche war dabei, in der elterlichen Wohnung Nagelbomben zu basteln. Die Polizei fand zudem handschriftliche Aufzeichnungen mit SS-Runen und rassistischen Parolen. (…) Hinzu kommt der Fanatismus in der Mischszene aus Rechtsextremisten, Reichsbürgern und Coronaleugnern. Im April nahm das Bundeskriminalamt vier Mitglieder der Gruppierung „Vereinte Patrioten“ fest, die Anschläge auf die Stromversorgung und die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben sollen. Die Männer hatten bereits Schusswaffen beschafft. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Tatverdächtigen wollten mit den geplanten Angriffen einen Bürgerkrieg entfachen.
via tagesspiegel: 169 Taten von Januar bis März Rechtsextreme Militanz nimmt drastisch zu