Die Neue Rechte in Deutschland hat allem Anschein nach einen neuen Lieblingsgeneral: Ex-Merkel Berater und Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr Erich Vad. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt er nach seinem jüngsten Auftritt bei Maybritt Illner. Und der Berichterstattung über seine Aussagen dort. Er wird mehrfach damit zitiert, dass es keine „militärische Lösung“ für den Ukrainekrieg geben könne. Er kritisierte die aktuelle „Kriegsrhetorik“ in der Diskussion um Waffenlieferungen an die Ukraine. Priorität sollte sein, dass möglichst schnell ein Waffenstillstand eintrete, nicht welche Seite gewinne, so der ehemalige militärische Berater von Angela Merkel. In den sozialen Medien wird die mehrmalige Einladung des unscheinbaren Ex-Militärs kritisch gesehen. Historikerin und Journalistin Annika Brockschmidt kritisierte: „Ich find es ja schon bemerkenswert, dass Erich Vad immer noch eine Bühne bekommt. Er hat für Kubitscheks „Sezession“ geschrieben. Das ist nicht alles: „Das CDU-Mitglied referierte zudem in Kubitscheks IfS und schrieb unter anderem auch für die Junge Freiheit.““ sic. Journalistin Liane Bednarz fragte ebenfalls auf Twitter die Maybritt-Redaktion: „[…] können Sie bitte erklären, warum heute schon wieder Ex-Brigadegeneral Erich Vad bei Ihnen ist, obwohl er mit seinen zu Lasten der Ukraine gehenden Prognosen ständig falsch lag und von Schnellroda gehypt wird?“ sic Kern der Kritik an der Persona Vad dreht sich darum, dass er einerseits gravierend falsch lag, was die Einschätzung des Kriegsverlaufes in der Ukraine angeht und andererseits, dass er der Neuen Rechten in Deutschland viel zu Nahe steht und von dieser als neuer Shootingstar gefeiert wird. Allen voran eine Publikation im Kampfblatt der Neuen Rechten „Sezession“ wird hier oftmals zitiert, dem Blatt von Götz Kubitschek, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. (…) Zu seiner Performance in den Medien: Vad meinte der Kampf der Ukrainer wäre aussichtslos, obwohl es sich anders herausstellte. Kriegsverbrechen der Russen redete er klein, die Angst vor Russlands Atomwaffenarsenal groß. Schwere Waffen-Lieferungen an die Ukraine würden keinen Sinn ergeben, nun liefert Deutschland schweres Gerät zu Verteidigung. Jetzt kann man das alles auf Fehleinschätzungen eines einzelnen „Experten“ schieben. Schaut man in die Vergangenheit von Vad, verdichtet sich jedoch der Verdacht, dass dieser nicht einfach seine „Expertise“ zum Besten gegeben hat, sondern eine politische Haltung. Insbesondere wenn man sieht, wer ihm letzten Endes applaudierte

via volksverpetzer: ERICH VAD: WER IST DER GENERAL AUS DEN TALKSHOWS, DER VON NEUEN RECHTEN & LINKEN GEFEIERT WIRD?

siehe dazu auch: Die Offiziere und die Neue Rechte (2017). Extrem rechte Positionen sind in der Truppe kein Problem der niederen Dienstränge allein. Auch aus den höheren Rängen der Truppe sind immer wieder Sympathiebekundungen für neurechte Positionen zu hören. (…) Auch einer der wichtigsten aktuellen Protagonisten der Neuen Rechten ist Bundeswehroffizier: Götz Kubitschek, Gründer der im Jahr 2000 entstandenen neurechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS) im sachsen-anhaltischen Schnellroda. Kubitschek führte 1998 als Leutnant der Reserve einen Einsatzzug des Bataillons für Operative Informationen in Sarajevo. 2001 wurde er zunächst aus der Bundeswehr entlassen, nachdem seine Redaktionstätigkeit für die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ (JF) bekanntgeworden war. Nach einem von der JF initiierten „Appell an die Bundeswehr“, den viele Offiziere und Reserve-Offiziere unterzeichnet hatten, wurde die Entlassung wieder aufgehoben. 2005 trug sein IfS den Aufruf „Gegen das Vergessen“ mit, der sich gegen die Interpretation des 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung wandte. Unterzeichnet hatten auch zwölf pensionierte Bundeswehrgeneräle. Kubitschek ist zudem Chefredakteur des Theoriemagazins „Sezession“, in dem maßgebliche neurechte Ideologen publizieren. Zu den Autoren gehört auch Brigadegeneral a. D. Erich Vad. Das CDU-Mitglied referierte zudem in Kubitscheks IfS und schrieb unter anderem auch für die JF. In einem seiner Texte kritisierte er, dass in der damaligen Wehrmachts-Ausstellung „nicht hinreichend erkennbar (sei), dass vieles, was damals – insbesondere im Partisanenkrieg und bei Repressalien sowie Geiselerschießungen – geschah, vom damaligen Kriegsrecht gedeckt war“. Bis zu seiner Außerdienststellung im Mai 2013 galt der heute 60-jährige Vad als der einflussreichste General in der Bundesrepublik – als Chef der Gruppe 22 in der Außen- und Sicherheitspolitischen Abteilung des Kanzleramtes war er der oberste Militärberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.