Der evangelische Pfarrer Olaf Latzel wurde 2020 vom Amtsgericht Bremen wegen Volksverhetzung verurteilt. Trotzdem soll er ab Donnerstag in einer evangelischen Kirchengemeinde in Unterfranken predigen. Kritiker sind entsetzt. Homosexualität sei “todeswürdig”, die sogenannte LGBTI-Community ein “Gender-Dreck”: Olaf Latzel ist für Aussagen wie diese berühmt und berüchtigt. Trotzdem hat die evangelische Kirchengemeinde Rentweinsdorf im Landkreis Haßberge den umstrittenen Pfarrer aus Bremen für mehrere Tage zum Predigen nach Unterfranken eingeladen.
Bedford-Strohm nennt Aussagen Latzels “unerträglich” Auch Wolfgang Schürger, Pfarrer der bayerischen Landeskirche und Vorstandsmitglied der AG Schwule Theologie e.V., sieht die Einladung kritisch: “Olaf Latzel gilt bei den extrem konservativen Teilen des Protestantismus als charismatischer Prediger. Aber es mutet schon etwas seltsam an, wenn eine bayerische Gemeinde für eine vierteilige Themenreihe zur Nachfolge Christi einzig und allein einen erstinstanzlich wegen Volksverhetzung verurteilten Pastor aus dem hohen Norden als Referent einlädt. Es wäre spannend zu wissen, wie dies vom zuständigen Dekan gesehen wird.” Ob Olaf Latzel in Rentweinsdorf auftritt, liegt im Entscheidungsbereich der Kirchengemeinde, sagt ein Sprecher der evangelischen Landeskirche in Bayern. Zu den Äußerungen und Predigten von Olaf Latzel habe sich der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm aber bereits klar geäußert: “Intoleranz ist gegen das Evangelium, abwertende und diskriminierende Haltungen dürfen in der Kirche keinen Platz haben. Die Aussagen von Olaf Latzel sind unerträglich. Jesus steht für eine radikale Menschenliebe.” So kommentierte Heinrich Bedford-Strohm im vergangenen Jahr den Fall.

via br: Gemeinde lädt verurteilten Hetz-Prediger nach Unterfranken ein