Die FDP will weg von der AfD – und im Bundestag näher an Grüne und SPD rücken. Das geht nur mit einem Tausch mit der Union. Doch die lehnt Änderungen an der Sitzordnung ab. Die Linkspartei wiederum kann die FDP verstehen.Mit der neuen Legislaturperiode ist auch der Streit um die Sitzordnung im Bundestag neu entbrannt. Schon nach der Wahl 2017 hatten die Liberalen beantragt, mit CDU/CSU im Plenarsaal die Plätze tauschen zu wollen. Bisher sitzen dort – vom Platz des Bundestagspräsidenten aus gesehen – die AfD ganz rechts, daneben die FDP, dann die Union, die Grünen, die SPD und am linken Rand die Linkspartei. Nach der Bundestagswahl erneuerte die FDP ihre Forderung und stellte einen Antrag auf Änderung der Sitzordnung – doch das stößt auf Ablehnung der Union.Der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller (CSU) sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa: “Die Sitzordnung im Deutschen Bundestag ist kein Karussell, das nach Belieben herumgedreht werden sollte. Es gibt keinen schlüssigen Grund, die bekannte Sitzordnung zu verändern.” Ein führendes Fraktionsmitglied betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: “Die Sitzordnung ist politisch.”Politisch heikelPolitisch heikel ist sie im Falle des Zustandekommens einer Ampel-Koalition auf jeden Fall. Denn die FDP setzt mit ihrem Antrag zum einen darauf, dass SPD und Grüne dem neuen Partner die nötige Mehrheit gegen CDU/CSU verschaffen. Zum anderen wollen die drei Ampel-Parteien den Eindruck erwecken, dass sie eine Koalition der Mitte bilden – das würde optisch unterstrichen, wenn sie die Mitte-Plätze im Bundestag einnehmen würden und die Union nach rechts rücken müsste.

via tagesschau: Der Kampf um die Mitte im Bundestag

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Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Times” title=”User:Times”>Times</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link