Das Bundesverteidigungsministerium geht erneut einem Hinweis auf Extremismus in einem Wachbataillon der Bundeswehr nach. Eine rechtsextreme Gruppe soll andere Soldaten mit ausländischen Wurzeln rassistisch beschimpft haben. Das betroffene Bataillon ist unter anderem auch für die Sicherung der Dienstsitze der Bundesregierung zuständig. Das Verteidigungsministerium untersucht einen neuen Extremismusverdacht im Wachbataillon der Bundeswehr. Dabei geht es auch um Gewalt und sexuelle Übergriffe, wie das Ministerium am Freitag den Obleuten im Bundestag mitteilte. Im Blickpunkt sei eine Gruppierungen innerhalb der 2. Kompanie, die sich „Wolfsrudel“ nenne. Die Kompanie, die sonst etwa Staatsgästen militärische Ehren erweist oder bei staatlichen Festakten auftritt, wurde zunächst von diesen Aufgaben entbunden. Zuerst hatte am Freitag der „Spiegel“ berichtet. (…) Den Obleuten berichtete das Ministerium in der Verschlusssache Details. Demnach hat ein Angehöriger der 2. Kompanie die Vorgänge angezeigt, ein weiterer sie inzwischen als Zeuge bestätigt. Der Vorwurf: Sechs Soldaten sollen sich zu dem „Wolfsrudel“ zusammengeschlossen haben. „Innerhalb dieser Gruppe geht es um rechtsextreme Verhaltensweisen wie beispielsweise das Tragen eines T-Shirts mit einer abgebildeten Schwarzen Sonne und der Aufschrift auf der Vorderseite „Sonnenstudio 88″ und auf der Rückseite „Wir sind braun“ sowie die Bezeichnung asiatisch stämmiger Kameraden als „Fidschi“ oder „Schlitzauge““, heißt es. Die Zahl 88 wird in rechtsextremen Kreisen als Zeichen für den verbotenen Hitlergruß benutzt. Genannt werden in der Unterrichtung aber auch entwürdigende Aufnahmerituale sowie Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung wie durch Anurinieren unter der Dusche, Faustschläge gegen die Leber, Anzünden von Körperteilen mit Feuerzeug oder Zigarette oder durch ins Gesicht gehaltene Genitalien. „Es geht – mal wieder muss man sagen – um ziemlich abartige Trink- und Aufnahmerituale. Es geht um sexualisierte Gewalt und Übergriffigkeit. Es geht um rechtsextremistische Vorfälle“, sagte ein Sprecher des Ministeriums dazu.

via rnd: Neuer Extremismusverdacht bei der Bundeswehr: Verteidigungsministerium prüft Vorwürfe gegen „Wolfsrudel“

siehe auch: Nach SPIEGEL-Bericht über »Wolfsrudel« – Verteidigungsministerium nimmt Kompanie nach rechtsextremen Vorfällen aus protokollarischem Dienst. In einem Wachbataillon des Wehrressorts hat sich eine rechte Soldatengruppe gebildet – und andere Kameraden bedrängt. Nach einem SPIEGEL-Bericht über den Fall zieht nun das Verteidigungsministerium Konsequenzen. Sie sollen auf andere Kameraden uriniert und sie mit brennenden Feuerzeugen traktiert haben, asiatischstämmige Soldaten wurden als »Fidschi« und »Schlitzauge« verunglimpft: Innerhalb der zweiten Kompanie des Wachbataillons hat sich eine völkische und teils rechtsextreme Gruppe gebildet, die sich selbst als »Wolfsrudel« bezeichnen soll.