Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen eine bewaffnete Untergrundgruppe mit politischen Verbindungen bis ins Verteidigungsministerium. Bislang unbekannt: Der verdächtigte Anführer hat einen völkisch-nationalistischen Hintergrund. Es sind brisante Ermittlungen. Der Reserveoffizier der Bundeswehr, Jens G., soll Chef einer bewaffneten Wehrsportgruppe sein, gegen die die Staatsanwaltschaft in Lüneburg ermittelt. Sechs der neun Beschuldigten sind Reservesoldaten der Bundeswehr. Besonders pikant ist allerdings, dass G. über engen Kontakt zu einem Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums verfügt haben soll. Medien berichten, dass bei einer routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung Hinweise auf eine „rechtsextreme Gesinnung“ gefunden wurden. Im Mobiltelefon des Referenten der Abteilung „Strategie und Einsatz“ fand sich die Nummer von Jens G. Diese Abteilung hat laut „Spiegel“  Zugang zu sensiblen Geheiminformationen etwa über das Kommando Spezialkräfte und über verdeckte Ermittler des MAD. Es erfolgten Hausdurchsuchungen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin an acht Orten. Die mutmaßliche Wehrsportgruppe von Waffenfans wird von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Lüneburg mit geplanten Anschlägen auf Migranten in Zusammenhang gebracht. Es wurden Waffen als auch Munition sichergestellt, das Material werde geprüft, heißt es.  Miteinander eng vertraute völkische Szene Der verdächtige Anführer, Oberstleutnant der Reserve, Jens. G., arbeitet als Zimmermann in der niedersächsischen Wedemark, wohnt aber wohl in der Lüneburger Heide. Bei Facebook zeigt sich G. als Militarist in Tarnkleidung. Er ist stellvertretender Kreisvorsitzender der Reservistenkreisgruppe Hannover. Die setzt sich nach Angaben des „Recherche Netzwerk Hannover“ aus ca. 1100 Mitgliedern zusammen. Im Landkreis Uelzen, in der Nähe von Bienenbüttel besuchte er 2016 einen „Maitanz“ der völkischen Szene. Zu diesem Event wurden sogenannte Sippenmitglieder aus dem politischen Spektrum von NPD, Wiking-Jugend, Heimattreuer Deutscher Jugend, Sturmvogel, Identitäre Bewegung, AfD  und rechtsextremer Bünde zum Tanz in den abgelegenen Ortsteil Edendorf geladen. G. reiste mit einem olivfarbenen Volkswagen an. Mit vielen der Gäste war er vertraut. Zur Eröffnung der Brauchtumsfeier spielten damals die männlichen Oberhäupter von vier örtlichen „Sippen“ mit Jagdhörnern auf. Einer war Hellmut M. aus Bienenbüttel. Auch er wurde bereits von den Behörden mit Waffen in Zusammenhang gebracht. M. war in den 1970er Jahren im Bund Heimattreuer Jugend (BHJ) aktiv und soll später der „Deutschen Bürgerinitiative“ des verurteilten Rechtsterroristen Manfred Roeder angehört haben. Ebenfalls Kontakt pflegte M. zu Heinz Lembke. Bei dem Forstmeister aus der Lüneburger Heide war im Oktober 1981 das größte jemals bei Neonazis in Deutschland entdeckte Sprengstoff- und Waffendepot gefunden worden. Lembke stand zudem in Verdacht in den Oktoberfestanschlag verwickelt gewesen zu sein. Unterlagen belegen, dass eine bewaffnete Gruppe aus der Region Uelzen bereit stand um hinter den „feindlichen Linien“ zu kämpfen.  M. nimmt weiterhin an rechtsextremen Aufmärschen teil, teilweise gemeinsam mit seinen inzwischen erwachsenen Kindern. Filmaufnahmen eines Werbevideos zeigen zwei seiner jugendlichen Töchter bei einer Veranstaltung der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). Dieser Verein wurde 2009 wegen seiner aggressiv-kämpferischen Grundhaltung vom Bundesinnenministerium verboten. In Edendorf beim „Maitanz“ stößt Jens G. 2016 auf diese und andere rechte Anhängerschaften.

via bnr: Völkischer Siedler Kopf einer mutmaßlichen Wehrsportgruppe