„Reichskanzler“ Norbert Schittke (79) steht wieder einmal vor Gericht. Seit 2006 ist der vorbestrafte Rentner Stammkunde bei der Justiz. Er ist der berühmteste Rentner Hildesheims. In den vergangenen Jahren gewährte Norbert Schittke (79) Journalisten aus aller Welt eine Audienz in seiner Dreizimmer-Wohnung in Egenstedt. Gestatten, Schittke, „Reichskanzler der Exilregierung des Deutschen Reiches“! Am Donnerstag unternahm der „Kanzler“ eine Dienstreise in die Bundesrepublik: zum Amtsgericht Hildesheim. Prozess wegen Urkundenfälschung! (…) Norbert Schittke erschien bei seinem öffentlichen Aufritt mit Barett, Schärpe und Flaggen-Pins am Revers im Saal. Stolz zeigte er seinen „Dienstausweis“, der ihn als Kanzler ausgibt. Wer bei ihm einen Antrag stellte, erhielt gegen Gebühr echt wirkende Ausweise, Führerscheine und Reisepässe. Diese falschen Urkunden brachten ihn vor Gericht. „Ich kann gar nicht verurteilt werden, weil es die BRD seit 1990 gar nicht gibt“, polterte er. Die Richterin musste sich von ihm anhören, dass sie keine Richterin sei. „Ich sitze nicht zum Spaß hier“, entgegnet sie gelassen. Der Staatsanwalt knöpfte sich den „Kanzler“ vor: „Sie negieren den Staat, beziehen aber die Grundsicherung vom Landkreis. Das ist Rosinenpickerei.“ (…) Schittke (13 Vorstrafen, u.a. Urkundenfälschung, Volksverhetzung), kam bislang mit Geldstrafen davon. Urteil nun: drei Monate Haft auf Bewährung, 500 Euro Geldbuße. Ein psychiatrischer Gutachter attestierte ihm paranoide Züge: „Das sind wahnhafte Überzeugungen. Er lebt in einer Parallelwelt.“
via bild: RENTNER STELLT PÄSSE FÜR „REICHSBÜRGER“ HER – Haftstrafe für den „Reichskanzler“