Der Landrat für den Kreis Bergstraße wird bedroht. Die Wut aus der „Querdenker“-Ecke entzündete sich offenbar an einem kleinen Videoclip. Engelhardt hat „eingeschränkt Angst“. Wenn der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt (CDU) in diesen Tagen sein Haus verlässt, ist er besonders vorsichtig. Denn gegen ihn liegt eine Morddrohung vor. Zumindest verbal, geäußert in einem sozialen Netzwerk auf einer „Querdenker“-Seite. Die Sicherheitsbehörden kennen den Fall und behalten Engelhardt und seine Familie im Auge, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen bestätigte. Gegen den Verfassers dieses und eines weiteren Posts werde derzeit ermittelt. Engelhardt legt großen Wert darauf, in mehreren sozialen Netzwerken unterwegs zu sein, wie er sagte. Dort könne er seine Arbeit erläutern und mit Bürgerinnen und Bürgern im Dialog bleiben. In seinem Landkreis nennt man ihn deshalb auch den „digitalen Landrat“.
Die Wut gegen Engelhardt, der vor knapp zwei Wochen gerade für eine zweite Amtszeit ins Amt eingeführt wurde, entzündete sich offenbar an einem kleinen Videoclip, den er schon im Spätsommer 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, ins Netz gestellt hatte und der nun in dem „Querdenker“-Netzwerk geteilt wurde. In diesem Clip kritisierte Engelhardt Schüler, die trotz entsprechender Vorschriften auf dem Pausenhof keine Masken tragen und die Abstände nicht einhalten. „Ich würde ihn gerne von seinem Leid erlösen. Mit der Axt, dem Messer oder den bloßen Händen“, schreibt ein Nutzer in dem sozialen Netzwerk. Juristisch gesehen ist dieser Post eine Morddrohung oder sogar ein Aufruf zum Mord, weshalb die Polizei eingeschaltet wurde.
via faz: HEPPENHEIMER LANDRAT: Morddrohung aus der „Querdenker“-Ecke