Hamburgs AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann legt ein ums andere Mal Wert auf die Feststellung, dass seine Partei zu ganz rechtsaußen klar auf Distanz geht. Ein Foto, das NDR Info vorliegt, weckt bei den anderen Ratsfraktionen jetzt aber Zweifel an dieser Sicht der Dinge. Das Foto zeigt Dirk Nockemann (5. von rechts) an einem Tisch mit Protagonisten der umstrittenen “Merkel muss weg”-Demonstrationen, die 2018 mehr als ein halbes Jahr lang auch extrem rechten Parolen ein Forum boten. Der Ort, an dem das Bild aufgenommen wurde, hat in Hamburg eine lange Tradition. Es ist die Gaststätte “Parlament” im Kellergewölbe des Rathauses im Herzen der Stadt. Die Stimmung ist offenkundig gut an diesem Abend im Juni 2018. Das “Daumen hoch”-Signal wird gezeigt. Außer AfD-Fraktionschef Nockemann sind weitere neun Personen dabei – mindestens drei von ihnen zählen offenbar zum engeren Kreis der “Merkel muss weg”-Demo-Organisatoren. (…) Dass es sich bei mindestens drei der am Tisch Versammelten um wichtige Personen aus dem Kreis der “Merkel muss weg”-Demo-Gestalter handelt, ist offenkundig: Einer von ihnen hinterließ in einem Facebook-Posting, dass er dort der “Security-Mann” sei. Der zweite von ihnen spielt bei Organisationsgesprächen während der Demos offenbar eine wichtige Rolle. Das ist auf Fotos erkennbar. Der dritte, Thomas G., ist in Hamburg bekannt. Er war zunächst Türsteher, dann Personenschützer des früheren Hamburger Innensenators Ronald Schill. Bei den Demonstrationen war er, so gibt ihn die “Hamburger Morgenpost” wieder – bevor er zur Symbolfigur dieser Veranstaltungen wurde -, zunächst zuständig für Sicherheit, Technik und die Auswahl der Redner. Redner, die bei den Demonstrationen auch Sätze wie diesen formulierten: “Aus Afrika kommt nur krimineller Abschaum.” Oder diesen mit Bezug auf Angela Merkel: “Das Unheil ist ja in Hamburg geboren. Zeit, diesen Müll zu entsorgen.” Auf Facebook bestritt er, jemals Mitglied einer rechtsextremen Partei oder Organisation gewesen zu sein. Warnung des Verfassungsschutzes 2018 Vom Verfassungsschutz gab es allerdings schon im März 2018 eine öffentliche Warnung: “Die bisherigen Anmelderinnen und Anmelder fungieren vermutlich eher als unverfängliche Gesichter der Kampagne. Die eigentlichen Initiatoren haben nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes zum Teil einen Vorlauf in rechtsextremen Strukturen und entstammen aus dem Türsteher- und Alt-Hooligan-Milieu.”

via ndr: Nockemann: Auf ein Bier mit (ganz) rechtsaußen