Wo im Juli drei Menschen starben, zeigte die rechtsextreme Partei »III. Weg« in Würzburg mit Leichentüchern bedeckte Puppen, dazu Porträts der Kanzlerkandidaten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun doch, ob das eine Straftat war. Eine höchst fragwürdige Inszenierung der rechtsextremen Splitterpartei »Der III. Weg« beschäftigt nun doch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Würzburg prüft, ob es sich bei der szenischen Darstellung von Leichen und Politikerporträts in Würzburg am Samstag um eine Straftat gehandelt hat. Es lägen mehrere Strafanzeigen vor, teilte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mit. »Diese werden nun bei Vornahme einer umfassenden strafrechtlichen Würdigung einer näheren Prüfung unterzogen«, heißt es in einer Mitteilung an die Presse. In Betracht kämen insbesondere der Tatbestand der Volksverhetzung sowie der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Bei der Demonstration hatte die rechtsextreme Partei auf einem Platz in der Würzburger Innenstadt drei Strohpuppen ausgelegt, die mit weißen, mit Kunstblut befleckten Tüchern bedeckt waren. Direkt hinter diesen symbolischen Leichen stellte die Partei drei große Porträts der Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) auf, Beschriftung »Schön bunt hier«. Ausdrücklich erwähnt die Staatsanwaltschaft auch den Wagen mit der Aufschrift »Reserviert für Volksverräter«, der im Hintergrund der Szene stand.
via spiegel: Aktion von Rechtsextremen in Würzburg – Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeigen wegen Leichen-Inszenierung