Entwickelt sich der Stadtteil Stötteritz zu einem „Viertel für Nazis“? Etwa 400 Menschen haben sich am Samstag, dem 24. April, auf dem Weißeplatz versammelt, weil sie genau das befürchten. In den vergangenen Monaten sei es immer wieder zu „Gewalt und Raumnahme durch zugezogene und alteingesessene Neonazi“ gekommen, hieß es in einem Aufruf. Mit der Kundgebung wollten die Organisator/-innen unter anderem die Einwohner/-innen des Stadtteils auf das Problem aufmerksam machen. Bei den zugezogenen Neonazis handele es sich vor allem um Kampfsportler aus der Hooliganszene des 1. FC Lok, sagte ein/-e Redner/-in zu Beginn der Veranstaltung. Wie groß das Problem ist, dokumentiert die Initiative „chronik.LE“, die allein in den ersten Monaten dieses Jahres diverse Hakenkreuze, Hitlergrüße, Bedrohungen und Plakate von „Jungen Nationalisten“ und „Identitären“ registrierte.Neonazis würden Stadtteile, in denen sich das Bürgertum nicht gegen solche Aktivitäten wehrt, als „Nische“ betrachten, wo sie ungestört agieren können, hieß es auf der Kundgebung. Deshalb lautete der Aufruf, das Problem nicht zu ignorieren und beispielsweise Sticker zu überkleben und Neonazis aus Geschäften zu werfen. Bespuckt und eingeschüchtert Das ist jedoch mit Risiken verbunden. „Wir werden bespuckt, eingeschüchtert und attackiert“, schilderte ein/-e Antifaschist/-in die Situation im Stadtteil. Auf den Staat sei wiederum kein Verlass. So seien sämtliche Anzeigen, die 2020 wegen Gewalttaten durch Neonazis gestellt wurden, eingestellt worden, hieß es. Das „Ladenschlussbündnis“ verwies in einem Redebeitrag darauf, dass es bereits in anderen Stadtteilen gelungen sei, Neonazis zu verdrängen, zum Beispiel in Reudnitz und Lindenau. Dort waren Antifaschist/-innen unter anderem gegen Szeneläden und ein NPD-Zentrum erfolgreich vorgegangen. In Stötteritz könnte bald ein Fitnessstudio ins Visier geraten. Dieses werde von Neonazis genutzt, hieß es auf der Kundgebung.

via l-iz: 400 Menschen demonstrieren gegen Neonazis in Stötteritz

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